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Die Emotionen aus Sicht der TCM

Die Emotionen aus Sicht der TCM

In der Traditionellen Chinesichen Medizin ist das Pflegen und Fördern von seelischer Gesundheit ein ebenso wichtiger Baustein wie das Pflegen und Fördern der körperlichen Gesundheit. Wir wissen, dass negative Emotionen Krankheiten auslösen können, dass Krankheiten negative Emotionen fördern können und auch, dass falsche Ernährungsgewohnheiten negative Emotionen verstärken können.

So werden in der TCM Emotionen genauso wie andere pathogene (krankmachende) Faktoren bewertet. Im Gegensatz zu äußeren Faktoren wie Wind, Nässe, Kälte, Hitze oder Trockenheit, die erst unser Abwehrsystem überwinden müssen, um uns krank zu machen, entstehen Emotionen direkt innerhalb unseres Körpers. Gegen diese inneren pathogenen Faktoren kann sich unser Körper deshalb nicht schützen. Hier müssen wir aktiv werden, um dem schädlichen Einfluss von Emotionen entgegenzuwirken: mit positiven Gefühlen und Glaubenssätzen, mit ausreichend Bewegung und frischer Luft, mit dem Ausleben unserer Kreativität und in der Gesellschaft von Menschen, die uns gut tun.

Aus Sicht der TCM gibt es 7 Emotionen:
  • Zorn
  • Freude
  • Sorge
  • Grübeln
  • Traurigkeit
  • Angst
  • Schock

Jede dieser Emotionen entspricht einem der 5 Elemente und erzeugt eine ganz bestimmte Energie, die Auswirkungen auf unser Qi – unsere Lebensenergie – hat, und sie entweder stagnieren lässt, sie blockiert oder sie zu stark in eine ganz bestimmt Richtung leitet.

Zorn – Holz-Element

Zorn erzeugt Hitze. Es lässt unser Qi aufsteigen und vor lauter Wut bekommen wir einen roten Kopf, werden laut und aufbrausend. Und so wie wir es von dem bekannten Sprichwort „Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen“ kennen, so beeinträchtigen die Emotionen Zorn, Wut, Ärger und Eifersucht auch laut der TCM die Leber und können Symptome von Leber-Feuer hervorrufen oder verstärken:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Ohrensausen bis Tinnitus
  • Bindehaut-Entzündungen
  • Gesichtsnerv-Entzündungen
  • Bluthochdruck
  • Anfälligkeit für Myome und Brustknoten
  • Schilddrüsen-Überfunktion
  • Neigung zu Verstopfung
  • Harnleiter-, Blasen-, Prostata-Entzündungen

Aber nicht nur die Emotionen Zorn und Wut können die Leber schädigen, sondern auch bestimmte Nahrungsmittel können Leber-Hitze erzeugen und auch Emotionen wie Aggression und Ärger verursachen. So können wir beobachten, dass Menschen mit zu viel Leber-Hitze durch übermäßigen Konsum von Alkohol zu Zorn und Aggression neigen. Gesteigert wird dies, wenn der Alkohol dann noch mit Salzigem wie z.B. Wurst, Speck oder Schweinefleisch kombiniert wird.

Freude – Feuer-Element

Die TCM kennt zwei Arten von Freude: den von gesunder Zufriedenheit und den von übermäßiger Erregung. Die erste Art von Freude nennt die TCM eine „wohltuende Art von Freude“, die auch in unserer Sprache Ausdruck findet: Wen jemand von Herzen lacht, wenn etwas von Herzen kommt, wenn jemand etwas mit seinem ganzen Herzen macht. Es ist eine Freude, die unsere Energie nicht aus dem Gleichgewicht bringt. Die zweite Art von Freude ist eine unkontrollierte, maßlose, auszehrende Art von Freude bis hin zu Begierde, Raserei und Ekstase, die uns krank machen kann. Sie beeinträchtigt das Herz und kann Symptome von Herz-Feuer hervorrufen oder verstärken:

  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Nachtschweiß
  • Herzrasen
  • Viele und lebhafte Träume
  • Entzündungen im Mundraum
  • Fieberblasen
  • Neigung zu Blasenentzündungen
  • Sehr schnelles Sprechen
  • Spontanes Lachen oder viel Kichern

In Sachen Ernährung ist hier die Wirkung von Kaffee auf unser Herz nicht zu unterschätzen, denn zu viel davon erzeugt schnell Herz-Hitze und führt zu Unruhe und einem Gefühl von Zeitdruck. Und gerade die Menschen, die oftmals unter Stress und Zeitdruck stehen, fallen leicht in die „Kaffee-Falle“.

Grübeln und Sorgen – Erd-Element

Das zähe Kreisen um immer dasselbe Thema, ständiges Nachdenken und sich häufig sorgen lassen das Qi stagnieren und erzeugen Feuchtigkeit im Körper. Diese Feuchtigkeit beeinträchtigt vor allem die Milz in ihrer Funktion und kann zu einem Milz-Qi-Mangel führen:

  • Müdigkeit
  • Neigung zu breiigem Stuhl oder Durchfall
  • Weiches und kraftloses Gewebe (Wassereinlagerungen und Cellulite)
  • Gewichtszunahme
  • Extreme Gelüste auf Süßes oder Fettiges
  • Neigung zu Kälte (Hände und Füße)
  • Öfters traurig oder depressiv verstimmt

Diese Feuchtigkeit schwächt nicht nur unseren Verdauungstrakt, sondern dämmt auch „klare Gedanken“ wie feuchter Nebel ein. Gerade Personen, die zu viel grübeln und sich Sorgen machen, greifen leider oft verstärkt zu Süßigkeiten, Milchprodukten oder zu besonders kohlenhydratehaltigen Nahrungssmitteln, die wiederum auch sehr viel Feuchtigkeit erzeugen, wodurch hier das eine das andere auf ungesunde Art begünstigt.

Traurigkeit – Metall-Element

Erfährt man eine traurige Nachricht, fällt oft das Atmen schwer. Es verschlägt uns wortwörtlich die Sprache und es bleibt uns die Luft weg. Hier ist ganz deutlich die Wirkung von Trauer auf das Metall-Element und ihrem zugehörigen Organ zu erkennen: Die Trauer zersetzt das Qi und beeinträchtigt die Lunge. Auch Trauer und Sorgen über die Zukunft können uns krank machen und fördern Beschwerden von Lungen-Yin-Magel wie:

  • Lungenkrankheiten
  • Trockener (Reiz)Husten, kratziger Hals
  • Trockene, juckende Haut
  • Brüchige Nägel und Haare
  • Nachtschweiß
  • Gewichtsverlust
  • Gelüste auf Süßes am Nachmittag
  • Neigung zu Verstopfung

 

Angst  – Wasser-Element

Die Emotion des Wassers ist Angst. Angst, dass einem etwas “an die Substanz geht”, Angst, dass man den Halt verliert, bis hin zu Angst vor dem Tod. „Mir rutscht das Herz vor Angst in die Hose“, „Mir läuft es kalt über den Rücken“, „Die Knie zittern vor Angst“ sind Redewendungen, die die Energiebewegung von Angst deutlich machen: nämlich nach unten. Angst, egal ob situativ oder schon chronisch, beeinträchtigt die Niere, die dem Wasser-Element zugeordnet wird, und schwächt unsere Lebenskraft. Auf der anderen Seite neigen Menschen mit schwachen Nieren zu Überängstlichkeit. Weitere Symptome, die eine Schwächung der Niere – einen Nieren-Qi-Mangel – aufgrund von Angst fördern können, sind:

  • Lendenschwäche und Lendenschmerzen
  • Herzklopfen
  • Stottern
  • Bitterer Mundgeschmack
  • Muskelkrämpfe
  • Inkontinenz
  • Neigung zu Durchfall
  • Schwache/zittrige Beine
  • Schwache Menstruation
  • Potenzschwäche

 

Natürlich gibt es auch positive Emotionen und Eigenschaften, die die Elemente und ihre zugehörigen Organe stärken. Und es gibt viele Möglichkeiten über die Ernährung ausgleichend und harmonisierend auf die Emotionen zu wirken. Wenn du Dich dafür interessierst welche Nahrungsmittel Dich am besten unterstützen und was Du bei Deiner Ernährung umstellen kannst, um emotionale und körperliche Gesundheit zu erlangen und zu erhalten, dann stehe ich Dir gerne zur Seite mit einer individuellen, typgerechten Ernährungsberatung wie auch mit Kochkursen, die jedes Element, seine zugehörigen Emotionen, Körperfunktionen und unterstützenden Lebensmittel, Kochtechniken und Rezepte ausführlich behandeln.

 

Quelle: Grundlagen der chinesischen Medizin